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Sebastian Bergfeld: Wenn das Wort im Mund zerbricht (DVD)

30,00 €

inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Sebastian Bergfeld

Wenn das Wort im Mund zerbricht (DVD)

Ein Film übers Stottern

2011, DVD Video, 60 Minuten + 60 Minuten Bonusmaterial
Medienprojekt Wuppertal e.V., www.medienprojekt-wuppertal.de

Preis: 30,00 € | Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

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Die 60-minütige Dokumentation begleitet vier stotternde Menschen verschiedenen Alters: ein Kind, einen Jugendlichen, eine Mutter und einen Rentner. Ihr Alltag ist unterschiedlich stark vom Stottern beeinflusst. Ihr eigenes Erleben und die Reflexion durch ihre Mitmenschen stehen im Fokus dieses Filmes.

Tobias ist 11 Jahre alt und steht kurz vor dem Wechsel in eine weiterführende Schule. Gerade ist die erste Pause seiner Therapie angebrochen. Unterstützt von seiner Familie übt er zuhause weiter. Fabian, 18 Jahre, hat eine Therapie erfolgreich abgeschlossen und redet für Laien nahezu flüssig. Jedoch ist seine Vergangenheit stark geprägt. Im Kontrast zu seiner heutigen Aufgeschlossenheit steht sein eigenes Erleben vor der Therapie, die seine Entwicklung positiv beeinflusst hat. Die 39-jährige Heide ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Im Alltag und Beruf geht sie offen mit ihrer Sprachproblematik um. Dennoch gehören, wie bei vielen anderen Betroffenen, Vermeidungsstrategien zum Alltag. Der Rentner Gerd widmet sich seiner Leidenschaft, dem Schreiben. Er publiziert Bücher und gibt Lesungen. Oft ist das Stottern Inhalt seiner Geschichten. Gelöst von inneren Zwängen erzählt er aus seiner Leidens- und Lebenszeit als Stotterer.
Stottern hat viele Ebenen im eigenen Erleben, welche dem Außenstehenden meist verborgen bleiben. Auch sind die Symptomatiken nicht nur auf die Sprache zu begrenzen. Mit ihrer Gestik und Mimik versuchen die Betroffenen das Stottern „zu drücken“. Fast jeder Stotterer hat Therapieerfahrungen, positive und negative Erlebnisse wechseln sich ab.


Autor

Sebastian Bergfeld ist in der Projektbetreuung beim Medienprojekt Wuppertal tätig.


Rezensionen und Meinungen

aus: Forum Logopädie, November 2012

... Jeder einzelne zeigt, wie das Stottern seinen Alltag bestimmt – mit Mut, Beharrlichkeit, offener Verletzlichkeit, aber auch mit viel Vertrauen und Zutrauen, sich allem stellen.
... Zusätzlich zu den vier Hauptakteuren entstand noch sehr eindrucksvolles Bonusmaterial über die Stotterer Nico, Rainer, Julia, Jonas und Stefan der Selbsthilfegruppe Köln mit dem Dipl. Psychologen Heino Mönnich und dem Logopäden Ingo Kühnem.
Jede Szene ist sehenswert und äußerst eindringlich und ehrlich. Ein Film mit leidenschaftlicher Intensität des Filmemachers Sebastian Bergfeld, der sensibel und offen auch sehr intime Fragen zu stellen vermag. Ein rundum gelungener Film, der sich an alle Menschen richtet, für mich ein positives Filmdokument mit dem Prädikat „besonders wertvoll“.

Doris Dierberger, Schramberg-Sulgen

aus: Der Kieselstein, November 2011

Bericht über die Filmpräsentation am 05.10.2011 im Cinemaxx, Wuppertal

Ein Film über das Stottern
>> Von der Würde des Menschen

Der Kinosaal des Cinemaxx in Wuppertal ist größer als wir erwartet hatten, vor allem ist er bereits gut gefüllt mit Zuschauern. Eine Premiere wird es heute Abend geben. Die Hauptdarsteller sind anwesend. Ist das nicht der Regisseur, der dort in den hinteren Bänken einen Sitzplatz sucht? Spannung liegt im Raum. Das Publikum eine bunte Altersmischung.
Mit leichten, fast poetischen Bildern, untermalt von sanften Gitarrenklängen, beginnt der Film. Eine Frau in einer Küche, mit sicheren Bewegung gleitet ihr Messer routiniert durch saftige, gelbe Paprika. Ihr erster Satz stellt dieser Sicherheit etwas total Anderes gegenüber: „Was beim Stottern das Schlimmste ist, dass man sich so hilflos fühlt ....“
Vier Menschen nehmen uns mit in ihren Lebensalltag. Menschen in sehr unterschiedlichen Lebensabschnitten, die ganz und gar nicht hilflos daher kommen. Heide aus der Eingangsszene, Ende 30, lebt mit Mann und kleiner Tochter, renoviert das vermutlich neu erworbene Haus. Da ist Fabian, voller Power packt er sein 17jähriges Leben an, will nicht ausweichen, seinen Weg finden und ihn gehen. Tobias, 11 Jahre, zeigt Einblicke in seinen Schulalltag und seine Erfahrungen im Umgang mit anderen Kindern, ergänzt durch die Wahrnehmungen seiner Mutter. Gerd ist 60 und erzählt mit innerer Gelassenheit aus seinem Leben, gewährt – wie die anderen drei – intime Einblicke in seine Erfahrungen, Empfindungen, Gedanken.
Für die vier Protagonisten gilt, was Heide in ihrem ersten Satz als eine Grundmelodie ihres Lebens formuliert hat. Das Stottern greift ein in ihr Leben, bestimmt viele ihrer Handlungen. Dem zum Trotz erlebt der Zuschauer vier Menschen, die sich stellen, sowohl in die Auseinandersetzung gehen mit der eigenen Identität als auch mit dem Echo der Umwelt auf das bei ihnen offensichtlich Andere. Mut und Beharrlichkeit,
Traurigkeit und Verletztheit, Vertrauen und Zutrauen, Zuversicht und Annehmen des Stotterns. Das Wunderbare für ihre Zuschauer: Die berührende Offenheit, mit der sie uns teilnehmen lassen an ihren Erfahrungen, Gedanken. Vier kraftvolle Menschen präsentieren sich, kommen dem Betrachter nahe – wehmütig nehmen die Zuschauer, nach Worten voller Lebensphilosophie, Abschied.
Die Intensität des Gesagten wäre kaum denkbar ohne den Filmemacher Sebastian Bergfeld, der mit seiner Kamera den Alltag dieser Menschen begleitet, die so viel in ihrem Alltag tun abseits des Stotterns und doch nie ohne die Auseinandersetzung damit. Er stellte genau die richtigen Fragen an seine Protagonisten und lässt damit eine erstaunliche Offenheit, eine zarte Intimität und eine den Zuschauer einnehmende Intensität entstehen.
Ein Mitglied der Kölner Selbsthilfe meinte während des anschließenden Gespräches, der Filmemacher Sebastian Bergfeld hätte bei einem Besuch vor Wochen geäußert: „In meinem Film soll die Würde eines jeden Stotternden zum Ausdruck gebracht und gewahrt werden.“ Unter dieser Äußerung habe er sich damals nichts vorstellen können. Jetzt, nachdem er den Film gesehen habe, könne er nur sagen: „Genau das ist mit dem Film gelungen!“
Ob Stotterer oder nicht, einem jeden sei der Film fürs Heimkino wärmstens empfohlen. Die Lebensweisheit des Satzes, der den Film ausklingen lässt, die gilt für alle Menschen. „Wir müssen tun, was unser Inneres uns sagt, wir dürfen uns nicht beschneiden, weil wir – in welcher Form auch immer – stottern.“
Ein Film des Medienprojekts Wuppertal e.V., konzipiert und gedreht von Sebastian Bergfeld, mit Heide, Tobias, Fabian und Gerd. Die DVD enthält weitere Interviews mit den stotternden Menschen Nico, Rainer, Elisabeth, Julia, Jonas, Stefan, der Selbsthilfegruppe Köln und mit dem Dipl.-Psych. Heino Mönnich und dem Logopäden Ingo Kühnem und – ein jedes sehenswert!
Bezogen werden kann der Film über die Geschäftsstelle der Bundesvereinigung der Stotterer- Selbsthilfe in Köln.

Ilona Richter