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Frauke Angel und Lilli L’Arronge: Tage-b-b-buch eines Überfliegers

15,00 €
inkl. MwSt. zzgl. Versand

Beschreibung

Frauke Angel und Lilli L’Arronge

Tage-b-b-buch eines Überfliegers

Ein Buch für Kinder ab 10 Jahren.

Tulipan Verlag 2023, 80 Seiten, 14,8 x 21 cm

Preis: 15,00 € | Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

*Hinweis: Bitte haben Sie Verständnis, dass Bücher aus Fremdverlagen bei uns ausschließlich an Inlandskunden verschickt werden können.

ISBN 978-3-86429-577-5


Meine Zunge stolpert – na und?

Tomke schreibt Tagebuch. Lust zu sprechen hat er nämlich kaum. Dabei hätte er viel zu erzählen. Aber die Worte wollen einfach nicht so aus seinem Mund raus, wie sie in den Kopf reingekommen sind. Ein Gedankenleser müsste erfunden werden! Dann könnten alle Menschen einwandfrei hören, was aus Tomkes Mund nicht, zu spät oder unvollständig herausstottert. Allerdings würden die Leute dann auch hören, was Tomke über sie denkt. Oma wäre entsetzt, Mama besorgt und Papa wahrscheinlich sehr verwundert. Nur für Delia, das glitzergrüne Mädchen auf Rollschuhen, wären Tomkes Gedanken nichts Neues. Denn sie scheint auch jetzt schon in seinem Kopf lesen zu können.
• Authentisch, komisch und individuell erzählt von Frauke Angel
• Witzige Tagebuch-Kritzeleien der Illustratorin Lilli L’Arronge


Autorin

Frauke Angel wurde 1974 im Ruhrgebiet geboren. Sie ist ausgebildete Schauspielerin und arbeitete 20 Jahre an deutschen Bühnen, zudem als Putzfrau, Verkäuferin, Grabpflegerin, Schweißerin, Bardame, Luftgitarristin und Ghostwriterin. Seit 2012 ist sie freie Autorin. Sie schreibt vor allem für Kinder und Jugendliche, aber manchmal auch für den Rest der Familie.


Illustratorin

Lilli L’Arronge litt als Kind unter ihrer Rechtschreibschwäche. Sie hat ihre Texte dann mit Zeichnungen verschönert und so trotzdem „Gut gemacht“-Stempel in ihre Hefte bekommen. So wurde sie im Zeichnen immer besser und hat daraus später einen Beruf gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie in Münster und arbeitet dort in der Ateliergemeinschaft.


Rezensionen und Meinungen

aus: Der Kieselstein | Heft 1 | Februar 2024

Tagebuch eines Überfliegers
„Ich erfinde den Gedankenleser! Das ist eine Maschine, die Gedanken vom Gehirn direkt auf Papier schreibt. Also ganz ohne Mund. Da müsste dann eigentlich auch ein kleiner Drucker dabei sein, den man überall rumtragen kann. Oder für die Lesemuffel auch ein kleiner Lautsprecher, das wäre noch cooler.“

Tomke ist 8 Jahre alt und er stottert. Er kann sich weitest gehend mit seinem Stottern identifizieren und trotzdem stört es ihn.
Von seiner Lehrerin weiß er, dass es auch berühmt Stotternde gibt und gegeben hat. Die Eltern aber sind besorgt und suchen nach Lösungen.
Ergotherapie, Logopädie, autogenes Training, Selbsthilfe-Gesprächskreis und dann auch noch die Oma mit Rezepten wie: „Und jetzt das Ganze noch einmal langsam und von vorne.“
Tomke ist einfach genervt. Glücklicherweise sagt die Ergotherapeutin, dass Erfolge das Stottern zu reduzieren nicht zu erwarten sind und die Logopädin empfiehlt eine Pause.

All diese Dinge traut Tomke seinem Tagebuch an. Wir erleben einen kurzen Ausschnitt aus seinem Leben zwischen dem 24. März und dem 11. April. Tomke interessiert sich vielmehr für die rollschuhfahrende Delia, die „Glitzergrüne“ aus seiner Klasse.

Das Buch hat viel Witz. Es bietet einen kurzen Einblick in die Welt eines 8-jährigen Stotternden, aber es bietet keine konkreten Lösungen zum Stottern an, wie z.B.: Mache eine Therapie; besuche die Selbsthilfe; mache Dieses, mache Jenes.
Bis der Gedankenleser erfunden ist und Tomke ist klar, das dass noch eine Weile dauern kann, muss er mit seinem Sprechen irgendwie klar kommen und irgendwie geht es auch. Gelassenheit ist eine Lösung. Statt zum Gesprächskreis und zum Autogenen Training zu gehen, läuft er lieber mit Delia Rollschuh. - Warum auch nicht.

Ich empfehle das Buch für Kinder ab 10 Jahren.

Michael Kofort, Münster


Presse

aus: „Giesener Anzeiger“ 20.01.2024 | www.giessener-anzeiger.de

Märchen sind nicht ihr Ding

Von: Björn Gauges

Gießen. Der Winter ist dieser Tage nicht nur eisig kalt, sondern auch ein hinterhältiger Feind des guten Buchs. Gerade eine handvoll älterer Besucher fand sich am Donnerstagnachmittag in der vom Schnee jenseits der Glasfront eingehüllten Stadtbibliothek ein, um den Auftritt der Kinderbuchautorin Frauke Angel zu verfolgen. Eine leere Stadt mit leeren Straßen bedeutet eben auch leere Sitzplätze. Was ungemein schade war, denn selten hat man einen Gast lebhafter und anschaulicher beim Vorlesen des eigenen Buchs erlebt. Kein Wunder: Frauke Angel, 1974 im Ruhrgebiet geboren und in Dresden lebend, ist ausgebildete Schauspielerin - und nutzte ihr Können bei diesem vom Literarischen Zentrum Gießen (LZG) organisierten Auftritt weidlich aus.

Mit Rollschuhen und Häkelmütze

Dabei ließ sie sich auch von den vielen ungenutzten Stühlen nicht irritieren, kurvte während ihres Vortrags gutgelaunt auf Rollschuhen durchs Obergeschoss der Bücherei, setzte sich eine selbstgehäkelte bunte Beanie-Mütze auf den Kopf - beides spielt für die Handlung eine maßgebliche Rolle - und verwickelte ihr Publikum zwischendrin immer wieder ins Gespräch über Figuren und Motive. So ließ sich eine Menge Hintergründiges von der 49-Jährigen erfahren: etwa über ihre Arbeit als Autorin, über den Wert von Buchpreisen und über eine gezielt eingesetzte Flunkerei, die ihre zweite Karriere im richtigen Moment angeschoben hat.

Inhaltlich beschäftigt sie sich in ihrem aktuellen »Tagebuch eines Überfliegers« mit dem Thema Stottern. Es geht um den Grundschüler Tomke, den eine Sprachstörung quält und der dazu Abend für Abend seine Erlebnisse und Erkenntnisse notiert. Frauke Angel hat dabei einen treffenden Ton gefunden, der diese für den Jungen belastende Auseinandersetzung mit dem eigenen Defizit glaubwürdig nachvollziehbar macht, und dennoch gleichzeitig eine Menge lakonischen Witz bereithält.

Tomkes Vater ist der Meinung, das Stottern ließe sich mit Sport beheben - dabei mag der Junge gar keine Bälle. Seine Oma versucht ihn gegen seinen Willen, immer wieder beim Mittagessen in ein Gespräch zu verwickeln und mit Überraschungseiern zu einer korrekten Aussprache zu animieren. Auch nicht einfach für den Jungen. Immerhin: Seine Lehrerin gibt der Mutter einen für das Buch zentralen Hinweis: »Stotterer sind nicht dumm«.

Denn genau darum geht es der Autorin: den Abbau von Vorurteilen aller Art. Am Morgen ihrer Lesung war sie zu Gast in der Hedwig-Burgheim-Grundschule, wo sie gemeinsam mit den Kindern verschiedene Behinderungen sammelte und besprach. Sie selbst habe mehrere, versicherte sie. Beim Lesen brauche sie etwa eine Brille. Vor allem aber habe sie einst unter Legasthenie gelitten und sich das fehlerfreie Schreiben nur unter großen Mühen beibringen können. »Heute läuft es dafür ziemlich gut«, lachte sie am Nachmittag.

Wichtig ist es Frauke Angel aber, aus Tomkes Stottergeschichte kein rührseliges Märchen zu machen. Buchrezensenten hätten nach der Veröffentlichung geschrieben, der Junge sei am Ende davon geheilt: »Das ist natürlich Quatsch. Die haben wohl nicht richtig gelesen.« Denn im Laufe von zwei, drei Wochen, in denen diese Geschichte spielt, lasse sich die Aussprache niemals so grundlegend verbessern. Auch der oft zu hörende, vermeintlich motivierende Satz, man könne alles schaffen, wenn man nur wolle, sei »natürlich Blödsinn«, den sie sich mit ihrem Roman nicht zu eigen mache.

Tomkes »Tagebuch« ist dennoch nicht erdenschwer oder mit dem moralischen Zeigefinger verfasst. Auch wenn der Junge ein Außenseiter in der Klasse ist, Stress mit dem fiesen Mitschüler Julius hat und sich auch vor den beiden einfach gestrickten Nachbarjungen Jo und Jojo in Acht nehmen muss. Doch die häkeln bald tatsächlich Beanies, statt ihn zu verkloppen, was zu einer überaus amüsanten Szene führt - und von Frauke Angel bei der Lesung mit ihrem mitgebrachten »Eierwärmer« verdeutlicht wird.

Schauspielerin wird Autorin

Kein Blatt nimmt sie auch vor den Mund, als sie schließlich von ihrem Werdegang als Kinderbuchautorin erzählt. Als gelernte Schauspielerin arbeitete sie ohne festes Engagement überall im Land an deutschen Bühnen. Mit der Geburt ihrer beiden Kinder war dieses Leben aber irgendwann nichts mehr für sie, zumal sie sich auch noch um ihre pflegebedürftige, an unheilbarem Krebs erkrankte Mutter zu kümmern hatte. Und so begann sie, Kurzgeschichten zu schreiben, die eine Menge Preise gewannen (»manchmal sogar gut dotiert«) und dafür sorgten, dass ihr ein prominenter Juror empfahl, es mit ihren Geschichten einmal bei einem großen Medium zu versuchen. Also schrieb sie Radiosender wie den Deutschlandfunk an, mit dem Hinweis, von diesem Juror empfohlen worden zu sein. »Manchmal hilft einem eine Flunkerei entscheidend weiter«, lachte sie. Denn der Sender hat angebissen, wie fortan viele andere auch. Ihre jungen und alten Leser dürften daher der gleichen Meinung sein: Gut, dass sie solche Bücher schreibt.