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Wolfgang Wendlandt: Stottern ins Rollen bringen

ab 8,60 €

inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Wolfgang Wendlandt

Stottern ins Rollen bringen

Die Kiesel des Demosthenes

Demosthenes Verlag, Köln 1994, 80 Seiten

Normalpreis: 11,20 € | BVSS-Mitglieder: 8,60 €

ISBN 978-3-921897-11-9

Dieses Buch erzählt die Geschichte des Griechen Demosthenes. Obwohl dieser ein verspotteter und kontaktarmer Stotterer war, wurde er einer der größten Redner seiner Zeit. Wie überwand er Angst, Scham und die Missachtung durch andere? Am Beispiel von Demosthenes informiert das Buch sehr lebendig über allgemeine Prinzipien, die damals wie heute für die Verminderung des Stotterns in Selbsthilfe und Therapie genutzt werden können. Auf unkonventionelle und charmante Weise behandelt Wendlandt wesentliche Elemente der Non-Avoidance-Therapie. Auch auf das Thema „Therapierückfälle“ geht der Autor intensiv ein. Mit liebevoller Zugewandtheit macht er stotternden Menschen Mut, den eigenen Veränderungsweg zu gestalten. Cartoons illustrieren den Text und tragen zum Lesevergnügen bei.


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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Stottern ins Rollen bringen

3. Veränderungsprinzipien für den Abbau des Stotterns

4. Die Wiedergeburt von Demosthenes

5. Rückfall - was nun?

6. Nachwort

7. Literatur

8. Anhang


Vorwort

Ich war gebeten worden, einen Vortrag in Innsbruck zu halten. Natürlich zum Thema Stottern. Früher, als ich noch Kind war und „Innsbruck, ich muss Dich lassen“ sang, hätte ich mir - angesichts meines eigenen Stotterns - nie vorstellen können, einmal leibhaftig im größten Saal des Innsbrucker Kongresszentrums zu stehen und vom Podium herab laut und unverzagt die Stimme zu einem Vortrag zu erheben. Heute, als Erwachsener traue ich mir das zu; Lampenfieber darf sein. Und das Stottern begleitet mich weiterhin- nun allerdings als Thema und Arbeitsgegenstand. Ich gab Inge Frühwirth also eine Zusage und versprach meine Anreise für den Oktober. Doch was sollte ich Neues zum Stottern vortragen? War nicht alles schon einmal gesagt worden? Ist es nicht ausgesprochen ärgerlich, wenn auf Kongressen Altbekanntes immer wieder in moderne Gewänder gehüllt und als neue Erkenntnis ausgegeben wird? Wenn kluge Wissenschaftler, einer nach dem anderen am Mikrofon stehen und jeder behauptet, seine eigene Methode sei die effektivste. Das kann doch gar nicht gehen! Oder doch? Kann in der Stottertherapie der Erfolg unterschiedlicher Methoden auf gleichen Grundlagen beruhen? Gibt es zugrundeliegende Wirkfaktoren, die den verschiedenen Methoden gemeinsam sind? Und wenn ja: was ist dann das Erfolgsrezept das z.B. beim Hausdörfer-Fan ebenso wirkt wie beim Nutzer von Kieselsteinen? Die sollen doch auch geholfen haben – bei Demosthenes, einem der größten griechischen Redner seiner Zeit, der früher einmal selbst ein Stotterer war. Er hat den Mund vollgenommen, anfangs mit Kieseln, später mit großartigen Reden. Waren seine Steine die sagenumwobenen Steine des Weisen? Oder nur die Steine des Anstoßes?

Gedanken wie diese gingen mir damals durch den Kopf, als ich nach einem geeigneten Thema für meinen Vortrag suchte. Ich begann mich mit Demosthenes zu beschäftigen und wurde neugierig darauf, was , „Erfolg“ in Stottertherapien ausmacht. So entstand ein Vortrag über Demosthenes und seine Kiesel, den ich in Innsbruck halten konnte. Die Steine, selbst so schwer sie sind, hatte ich aus Berlin mitgebracht und auf Tellern (in silbriger Alufolie eingeschlagen) präsentiert. Steine, die ich mit meiner Tochter Lisa bei fröhlichen Strandspaziergängen gesammelt hatte. Ansteckend war ihre Begeisterung, wenn sie sich immer wieder aufs Neue mit freudigem Jauchzen am Ufer niederließ, um glänzende Zaubersteine den zurückgleitenden Wellen zu entreißen.

Als ich Innsbruck verließ war mir klar. dass ich mich weiter mit Demosthenes beschäftigen würde. In der Therapiegruppe mit jungen türkischen Berlinerinnen waren die Kiesel schon zu einer Quelle großen Staunens geworden. Nalan sprach plötzlich symptomfrei, ausgerechnet sie, die bisher doch nie ohne Stottern zu hören war. In der Toskana, bei 40 Grad nachmittäglicher Schattenhitze, haben sich dann liebe Freunde tränenreiche Heiterkeitsausbrüche geleistet angesichts meiner pausbackigen Kieselstein-Sprechübungen, unterbrochen von aufgeregten Schnappschüssen und warnenden Rufen „bloß nicht verschlucken!" und „nicht so viele, nicht so viele auf einmal." Und auch die frühe Mahnung meiner Großmutter, „mit vollem Munde spricht man nicht!“, konnte mich nicht umstimmen. (Sie dürfte damals noch nicht gewusst haben, dass beim Stottern alles anders ist.) Ich war mir sicher: Auch die Neue Welt sollte von meiner Demosthenes-Geschichte erfahren. Und so überarbeitete ich das Manuskript noch einmal, packte die Gelegenheit beim Schopfe und reiste nach San Francisco, um Demosthenes beim 3. Weltkongress der Selbsthilfebewegungen stotternder Menschen auferstehen zu lassen und ein ganzes Dutzend europäischer Kieselsteine zur bleibenden Erinnerung stotternden Mündern und neugierigen Händen unterschiedlicher Nationalität zu überlassen. Ja, Klappern gehört zum Handwerk! Auch das Klappern der Kiesel im Mund. Die Kiesel berühren bei jeder Mundbewegung die Zähne, sie klicken und klacken, fabrizieren vieltönige Geräusche, die zum flüssigen Sprechen gehören dem Handwerk des Glücklichen, der das Stottern meistert.

Der Name „Demosthenes“ ist mir seit Jahren immer wieder aufs Neue in der Literatur zum Stottern begegnet, besonders lautstark aber 1986, als die Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe das ,,Institut für Selbsthilfe, Therapieförderung und Information“ gründete und ihm den Namen „Demosthenes-Institut“ gab. Aber nicht nur Demosthene's Name hat Eingang in die deutsche Selbsthilfebewegung gefunden, vor allem Stottern ins Rollen bringen die „Utensilien“ des Demosthenes gehen all monatlich ins Land: Kenner schätzen die Hefte der Leser-Zeitschrift DER KIESELSTEIN, das Sprachrohr der Stotterer Selbsthilfegruppen und der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.. So liegt es für mich auf der Hand, das vorliegende Buch in erste Linie denjenigen Menschen ans Herz zu legen, die schon in Berührung mit Demosthenes gekommen sind, bewusst oder unbewusst, die eine Beziehung zum Stottern geknüpft haben, freiwillig oder unfreiwillig, und die sich mit der Entfaltung kommunikativer Fähigkeiten auseinandersetzen. Manche tun dies im Rahmen eines persönlichen Veränderungsprozesses, andere im Rahmen beruflicher Arbeitszusammenhänge.

Ohne meine stotternden Klienten hätte ich das Buch nie schreiben können. Ohne meine Eltern, die mir Kraft und Phantasie auf meinen Lebensweg mitgegeben haben, auch nicht. Es gab viele Menschen, die in den letzten Jahren verstanden haben, was ich am Beispiel von Demosthenes ausdrücken wollte. Das hat mir Mut gemacht, weiter am Text zu arbeiten und auch noch das Thema Rückfall einzubinden, das für langjährige Stotternde von so großer Bedeutung ist. Es gab Silke Gahleitner, die hervorragende Arbeit am Schreibcomputer leistete. Und es gab Harald Strätz: seine Kritik, seine literarischen Anregungen und inhaltlichen Veränderungsvorschläge haben zu einer sehr deutlichen Bereicherung des Manuskripts geführt. Dank seines Einsatzes im Leitungsgremium des Demosthenes-Instituts wurde die Veröffentlichung für den Verlag der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe vorgeschlagen. Ari Köpf, der Geschäftsführer dieser Vereinigung, hat dann mit Geduld und Klarheit die Verlagsverhandlungen über die Bühne gebracht. Und Jürgen Kellner hat in seiner unvergleichlichen Art, präzise, ausführlich und gut begründet, eine ganze Reihe von Verbesserungsanregungen einfühlsam unterbreitet, so dass ich gar nicht umhin kam, seine Überlegungen einfließen zu lassen. Und wäre Friedrich Hartmann nicht gewesen - das Buch wäre nur halb so schön geworden: Seine Zeichnungen sind eine Augenweide, sie bringen Zwischentöne zum Erklingen und beschwingen das Lesen.

Ihnen allen sei ganzherzlich gedankt!
Wolfgang Wendlandt


Autor

Prof. Dr. Wolfgang Wendlandt, Diplom-Psychologe, ist Hochschullehrer für Psychologie mit dem Schwerpunkt Beratung und Therapie. Als Psychologischer Psychotherapeut in Verhaltens- und Gesprächspsychotherapie arbeitet er in eigener Praxis und widmet sich hier, ebenso wie in seiner langjährigen Forschungs- und Lehrtätigkeit, besonders dem Gebiet »Sprache und Kommunikation« sowie der Supervision und Fortbildung von Berufsgruppen, die mit der Diagnostik, Beratung und Therapie von Menschen mit Störungen des Sprechens und der Sprache befasst sind. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel veröffentlicht und ist als Experte auf dem Gebiet des Stotterns international bekannt. Wolfgang Wendlandt ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Seine Bücher schreibt er am liebsten in der ländlichen Ruhe der Toskana.
www.wendlandt-stottertherapie.de


Rezensionen und Meinungen

aus: Forum Logopädie, 3/1995

In diesem Essay über Stottertherapien wendet sich Wolfgang Wendlandt in erster Linie an Stotternde selbst. Als Vertreter eines Non-Avoidance-Ansatzes möchte er ihnen Mut machen, den eigenen Veränderungsweg zu gestalten.
Wer sich in vergnüglicher Weise die wesentlichen Elemente der Non-Avoidance-Therapie bei stotternden Erwachsenen ins Gedächtnis rufen will, dem sei dieses Büchlein empfohlen.

Peter Schneider

aus: Der Kieselstein, November 1994

Allein schon die ansprechende äußere Aufmachung .... macht neugierig auf den Inhalt der Schrift. Auch das gelungene Layout sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Das Buch erzählt die Geschichte des Griechen Demosthenes (geb. 384 v. Chr.): einst ein Stotternder, verspottet und kontaktarm, wurde er schließlich zum größten Redner seiner Zeit. Ausgehend von der Biographie des Demosthenes beschäftigt sich der Autor mit der Frage, welche Faktoren wohl damals wie heute für den Abbau des Stotterns letztlich verantwortlich sind.
Die Schrift wendet sich an Betroffene und Therapeut(inn)en gleichermaßen, weil sie beiden Seiten wichtige Denkanstöße vermitteln möchte.

Hans Hörmann

aus: Die Sprachheilarbeit, 6/1994

Ein erfreulich unkonventioneller Zugang zum Thema Stottern. Die Anregungen sind sowohl für Betroffene als auch für Therapeuten von großem Wert.

Bernd Hansen, Claudia Iven

aus: VLB-Bulletin, 2/1995

Wolfgang Wendlandt hat zum Thema „Stottern“ tatsächlich eine Menge zu sagen. Das Buch macht Betroffenen und TherapeutInnen Mut, neue Schritte zu wagen. Ein unbedingtes Muss für alle TherapeutInnen.

Sylvia Aebischer

aus: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik, 2/1995

Es ist dem Autor gelungen, wichtige Veränderungsprinzipien sowohl für die Selbsthilfe als auch für die Therapie zusammenfassend darzustellen. In abwechslungsreichem Schreibstil bringt er dem Leser fachliche Aspekte der Stottertherapie nahe.

Claudia Osburg