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R. Gier, M. Kofort, U. Stier: Früher habe ich möglichst wenig gesprochen (DVD)

ab 9,80 €

inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Rudolf Gier, Michael Kofort, Udo Stier

„Früher habe ich möglichst wenig gesprochen“ (DVD)

Ein Film über Stottern im Alter

Demosthenes Verlag, Köln 2010, DVD Video 61 Minuten, Begleitheft 44 Seiten

Normalpreis: 14,80 € | BVSS-Mitglieder: 9,80 €
Preis = Schutzgebühr

ISBN 978-3-921897-58-4


Wie gehen Menschen in der dritten Lebensphase mit ihrem Stottern um? Was empfinden sie bei auftretenden Sprechblockaden? Wie waren ihre Sozialisationsbedingungen und die biografischen Erfahrungen? Was war früher anders und wie war früher das Bild des Stotternden in der Gesellschaft? Welche Hilfsangebote können ältere Stotternde heute in Anspruch nehmen und wie können sie ihr Stottern positiv verändern?

Neben älteren Stotternden äußern sich Fachleute wie Therapeuten, Logopäden, Pädagogen und Ehrenamtliche aus der Stotterer-Selbsthilfe zu diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Stottern. Das Begleitheft enthält eine Einführung zum Thema, Interviews sowie Zusatzinformationen u. a. von den Sprachtherapeutinnen Angelika Schindler und Dr. Kerstin Weikert.

Der Film wendet sich an ältere Stotternde und an Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich mit älteren Menschen zu tun haben.


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Inhaltsverzeichnis der Broschüre

Vorwort

Stottern – Eine kurze Einführung

Das Stottern in meinem Leben
Kerstin Weikert (Akademische Sprachtherapeutin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin)

„Stottern ist eine Sache, die ich in mein Leben integriert habe und die mich nur noch wenig belastet.“
Ein Interview mit Helmut Hädrich

Kommunikation mit stotternden Menschen
Interview mit Angelika Schindler (Akademische Sprach- und LRS Therapeutin dbs, Sprachheilpädagogin)

Bücherliste

Adressen


Vorwort

2005 gründeten ältere Stotternde innerhalb der Stotterer-Selbsthilfe die „Initiative Morgentau“. Die Stotternden aus der Generation 50 Plus wollten ihre altersspezifischen Interessen besser umsetzen, Kontakte knüpfen, Seminare und Gesprächskreise abhalten und gemeinsam in der Freizeit etwas unternehmen. Darüber hinaus hatten sie das Ziel, die Gesellschaft durch Öffentlichkeitsarbeit über die besonderen Probleme von Stotternden aufzuklären. Bereits kurz nach Gründung der Initiative erhielt ich eine Anfrage, ob man nicht einen Film zum Thema „Stottern im Alter“ drehen könnte. Ein inhaltliches Konzept gab es noch nicht, und Geld für die Umsetzung war auch noch nicht vorhanden. Aber die Idee, ein solches Projekt zu realisieren, fand ich von Anfang an sehr interessant.

Nach ersten Recherchen stellte ich fest, dass es zum Thema „Stottern im Alter“ so gut wie nichts gibt, weder wissenschaftliche Untersuchungen noch Ratgeberliteratur, geschweige denn Filme. Mir war sofort klar: Das ist absolutes Neuland. Dankenswerterweise brauchte ich keine große Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Stotterer-Selbsthilfe NRW e.V. ins Boot zu holen und als Projektträger zu gewinnen. In Zusammenarbeit mit Udo Stier entstand ein Filmkonzept, das von AKTION MENSCH eine Förderung für einen Lehrfilm erhielt. Rudolf Gier-Seibert komplettierte das Filmteam, und Ende 2008 konnte die Produktion beginnen.

Wie schon gesagt, zum Thema „Stottern im Alter“ gab es nichts, worauf wir zurückgreifen konnten. Zunächst versuchten wir, uns über den Zusammenhang von „Alter und Behinderung“, zu dem schon eher Literatur zu finden ist, dem eigentlichen Thema zu nähern. Aber auch dieser Weg war nicht unproblematisch, denn Stottern wird nach wie vor nicht als Behinderung im landläufigen Sinne gesehen. Außerdem denkt bei der Wortkombination „Alter & Behinderung“ kaum jemand an Stotternde. Demgegenüber empfinden Stotternde ihr Handicap oft als echte Beeinträchtigung und stellen sich Fragen wie: Welche Bedeutung hatte das Stottern für mein Leben? Wäre es ohne Stottern anders verlaufen? In welcher Hinsicht belastet mich mein Stottern heute noch? Kann ich als älterer Mensch noch etwas daran verändern? Ausgehend von den besonderen Sozialisationsbedingungen und biografischen Erfahrungen der heute 55- bis 80-jährigen Stotternden geht der Film solchen Fragestellungen nach. Er gibt Einblicke in das Leben und die Welt älterer Stotternder und vermittelt Tipps zum Umgang mit dem Stottern und zur Kommunikation zwischen Stotternden und Nicht-Stotternden.

Besonders bedanken möchten wir uns bei Aktion Mensch für die großzügige Förderung. Unser Dank gilt außerdem allen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen, den Akteuren des Films und ganz besonders den Mitwirkenden der „Initiative Morgentau“ und unserem Hauptdarsteller Jürgen Dorow aus Hamburg.

Michael Kofort


Filmautoren

Rudolf Gier-Seibert
lebt in Münster. Nach seinem Abschluss an der Fachhochschule Münster für Sozialwesen arbeitet er seit den 90er Jahren als Filmemacher und Medienpädagoge. Mitbegründer der Filmproduktion mauritz_filmteam.

Udo Stier
lebt und arbeitet in Münster. Nach seinem abgeschlossenen Lehramtsstudium in den Fächern Chemie und Sport arbeitete er in verschiedenen Berufen und ist seit zwölf Jahren als Altenpfleger tätig. Als Betroffener engagiert er sich seit 30 Jahren in der Stotterer-Selbsthilfe und leitet dort u.a. die Jugendseminare.

Michael Kofort
arbeitet in Münster und Köln. Nach seinem Studium der Sozialarbeit in Münster arbeitete er als Sozialarbeiter, Medienpädagoge und Filmemacher. Seit 2006 ist er als Verlagsmitarbeiter in der Informations- und Beratungsstelle Stottern in Köln tätig.


Rezensionen und Meinungen

Einzelaussagen von Schülerinnen und Schüler des Fachseminars Altenpflege, St. Franziskus, Münster

„Wir fanden den Film sehr ansprechend und authentisch. Die Thematik wurde anschaulich und verständlich dargestellt. Der Film zeigte uns neue Umgangsmöglichkeiten im Dialog mit Stotterern und korrigierte teilweise Unwissenheit oder falsche Verhaltensweisen, da der Umgang mit Betroffenen für uns bisher eher selten stattfand. Den Film empfinden wir als Einstieg in die Thematik und zur Aufklärung sehr gut geeignet.“

„Der Film ist gut aufgemacht, sehr informativ und gut verständlich durch die Übungen, die im Film gezeigt werden.“

„Es ist alles sehr dezidiert erklärt und man kann sich vorstellen, wie man sich als Stotterer fühlt und wie man sich als Nicht-Stotterer verhalten sollte. Einige Regeln zur Gesprächsführung waren sehr hilfreich.“

„Es ist alles ausführlich erklärt, es werden private Erfahrungen vorgestellt. Man kann sich in den Stotterer einfühlen und versteht wie man sich verhalten soll.“

„Der Film war sehr gut zu verstehen, man kann sich in den Film hineinversetzen. Einige Regeln waren sehr hilfreich.“

„Den Film würde ich weiterempfehlen, weil alles, was ich wissen muss, in dem Film gut erläutert ist.“

aus: Thüringer Allgemeine, Erfurt, 20. September 2010
Wenn Reden zur Qual wird

Sie stolpern immer wieder über einzelne Buchstaben, eine Blockade macht flüssiges Sprechen unmöglich: Für Stotterer werden schon kurze Gespräche zur Tortur.
Stotternde Kinder und Jugendliche haben inzwischen eine Plattform. Ihre Probleme werden wahrgenommen, Therapien sind entwickelt und werden verbessert. Doch was ist mit denen, die vor 50, 60 oder 70 Jahren stotternde Kinder waren? Vorurteile, die selbst heute noch im Hinterkopf vieler Menschen existieren, galten damals als Tatsache. „Das Kind hat eine nervöse Störung. Es will nur Aufmerksamkeit. Es denkt schneller, als es spricht.“ All das mussten sich Kinder und ihre Eltern anhören − und nichts davon ist wahr. Fakt ist, die Ursachen des Stotterns sind noch nicht endgültig geklärt. Es handelt sich dabei um eine Störung des Sprachfluss, die nichts mit der Persönlichkeit oder der Intelligenz des Betroffenen zu tun hat. Fakt ist auch, dass sich das Stottern bei vielen Kindern mit der Pubertät verliert. Doch manche müssen auch als Erwachsene mit dem Sprachfehler leben − bis ins Alter. Stotternde Senioren haben bisher allerdings kaum Beachtung gefunden und noch weniger Hilfe. Dabei leiden auch sie unter den alltäglichen Einschränkungen − oft schon ein ganzes Leben lang. Wer vor jedem Gespräch Angst hat, weil er die mitleidigen oder ungeduldigen Reaktionen fürchtet, landet irgendwann in der Isolation. Dabei gibt es auch noch im Alter Möglichkeiten, das Stottern mit geeigneten Therapien und Sprechtechniken in den Griff zu kriegen, wenn eine echte Heilung auch fast unmöglich ist. Wie Senioren mit dem Stottern leben, zeigt ein neuer Film der Stotterer-Selbsthilfe NRW. Betroffene Senioren kommen darin ebenso zu Wort wie Experten. Die Beiträge sollen Stotterern helfen, ihre Isolation zu durchbrechen. Gleichzeitig sollen nicht betroffenen Zuschauer erkennen, dass es wenig hilfreich ist, die Sätze des Stotternden zu beenden oder ihm gut zuzureden. „Nichtstotterer sollten lernen zuzuhören, den Gesprächspartner ausreden zu lassen und Blickkontakt zu halten“, erklärt Sprachheilpädagogin Angelika Schindler im Begleitheft der DVD.

Anita Grasse

aus: Sprache – Stimme – Gehör, März 2011
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

... Neben vielen eindrücklichen Interviews mit Betroffenen kommen unterschiedliche Stotterexperten zu Wort. Zum Beispiel zeigt der Film einen Ausschnitt aus einem Seminar mit Prof. Dr. Wolfgang Wendlandt und ein Interview mit diesem, in dem er ausdrücklich auf Therapiemöglichkeiten in jedem Alter hinweist. Des Weiteren werden Tipps zum Umgang mit Stotternden vermittelt und verschiedene Therapiekonzepte (Van Riper, Andreas Starke, Kasseler Stottertherapie, Holger Prüß) dargestellt. Am Ende der DVD werden unter dem Motto „Experte in eigener Sache“ Informationen zur bvss und zu Aktivitäten der Selbsthilfegruppen gegeben. Das beiliegende Begleitheft enthält weitere Interviews und gibt detaillierte Informationen zum Stottern. Film und Buch bieten sich nicht nur für ältere Stotternde an, sondern haben aufgrund der Authentizität eine Vorbildfunktion auch für junge Betroffene.
Auch für SchülerInnen/ StudentInnen im Bereich der Logopädie bietet der Film einen guten Einblick in die Thematik.
Fazit: Empfehlenswert!!

Birte Ripken, Hannover