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Jürgen Benecken: Wenn die Grazie mißlingt

ab 13,70 €

inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Jürgen Benecken

Wenn die Grazie mißlingt

Stottern und stotternde Menschen im Spiegel der Medien

Demosthenes-Verlag, Köln 1996, 156 Seiten

Normalpreis: 16,30 € | BVSS-Mitglieder: 13,70 €

ISBN 978-3-921897-34-8

Das Buch bietet eine Analyse der zumeist stigmatisierenden Darstellung von Stottern und Stotternden in Literatur, Film, Fernsehen und Presse. Hier werden Stotternde häufig und immer wieder neu als Dummköpfe und Psychopaten in Szene gesetzt. Der Autor deckt Vorurteile und Zerrbilder auf und beschreibt die Muster, nach denen sie entstehen.


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1
„Alltagsstottern“ – oder wie die Katze sich in den Schwanz beißt

Kapitel 2
„Die Nerven, die Frauen – oder was?“ Trefflich treffende Gedanken
der „Bild“-Zeitung über Boris Beckers „schweren Stotteranfall“

Kapitel 3
„Bis Trudchen ‚nein‘ gesagt hat, ist sie schon im 3. Monat schwanger“.
Das ist doch nur ein Stotterer-Witz

Kapitel 4
Billy Bibitt, Ken und Bob: Diese „Stotterer“ hat fast jeder schon mal gesehen.
Stottern und Stotternde in Kinofilmen

Kapitel 5
Und über Bill Budd, Mag wildwood und Reinhold haben auch schon viele
was gelesen. Stottern und Stotternde in Romanen und Erzählungen

Kapitel 6
„Einen Schlag auf den Hinterkopf“ – und man ist das Stottern los.
Stottern und Stotternde in Kinderbüchern

Kapitel 7
John Updike und Heinrich von Kleist sollten sich unbedingt kennenlernen.
Berühmte stotternde Menschen

Kapitel 8
Auf den Punkt gebracht – und was nun?

Kapitel 9
Literatur


Vorwort

Ein hochintelligenter 11jähriger Junge, vor einigen Jahren wegen seiner sozialen Rückzugstendenzen in Zusammenhang mit deinem Stottern bei mir in Therapie, brachte den Stein ins Rollen: Ob ich den Hirbel kenne? So hieße ein Buch von Peter Härtling. Der Hirbel lebe in einem Heim und sei von Geburt an „nicht richtig im Kopf“. Und außerdem stottere er auch noch.
Ich kannte das Buch von Peter Härtling. Vergessen hatte ich dass der Hirbelauch stotterte. Sein Lehrer, so konstruierte mein Patient, haben wohl extra seinetwegen den Hirbel in der Klasse lesen lassen. Er habe das nicht gut gefunden. Das stimme ja auch nicht, dass man stottern würde weil man im Kopf nicht ganz richtig sei. Und er könne mir auch gleich noch ein weiteres Buch („Die Höhle über dem Fluss“ von J.C. Grund) nennen, in dem ein stotternder Fischer als regelrecht dämlich dargestellt werde. Es sei schlimm für Ihn, solche Bücher lesen zu müssen.
In der Tat werden diese Bilder, diese psychosoziale Aura, in der stotternde Menschen aufwachsen, zum eigentlichen Martyrium. Es sind diese Bilder, diese Geschichten, diese Phantasien, die sich um das Phänomen „Stottern“ seit Menschengedenken ranken und die in diesem psychologischen Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht haben, die das psychosoziale Leiden stotternder Menschen und ihrer Familien ausmachen. Es ist weniger die Redeflussstörung an sich.
Mein Anliegen besteht darin, diese Bilder, Phantasien und Projektionen, die oft unbewusst mit dem Stottern assoziiert sind, ans Licht zu bringen und vor Augen zu führen und sie damit zu entmystifizieren: in der Hoffnung, dass Betroffene, Pädagogen und Therapeuten ein wenig weniger erschrecken wenn jemand stottert.
Die hier beschriebenen Beispiele stellen eine Auswahl einer weitaus größeren Zahl von Kinofilmen, Zeitungsschlagzeilen, Romanen, Kinderbüchern, Liedern, Anekdoten, Witzen und wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema dar, die ich im Rahmen meiner Dissertation dargestellt und ausgewertet haben (vgl. Benecken, 1993).
Ich freue mich, dass die Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. und viele betroffene Einzelpersonen diese Arbeit so aufgenommen haben, wie sie auch gedacht war: als Bestandsaufnahme der sozialpsychologischen Situation stotternder Menschen und Ihrer Familien.

Jürgen Benecken


Autor

Prof. Dr. Jürgen Benecken (Dipl. Psychologe) studierte Psychologie- und Germanistik an den Universitäten Münster und Kiel. Er ist seit 1996 Professor an der Hochschule Merseburg, Fachbereich "Soziale Arbeit, Medien und Kultur".

Rezensionen und Meinungen

aus: www.claudio.de

Eine spannende Analyse der zumeist stigmatisierenden Darstellung von Stottern und Stotternden in Literatur, Film, Fernsehen, Presse. Der Autor deckt Vorurteile und Zerrbilder auf und beschreibt die Muster, nach denen sie entstehen. Mit umfangreicher Quellensammlung.